GdP - Jugend unterwegs als Teil der Deutsch-Israelischen Gewerkschaftszusammenarbeit

GdP - Jugend unterwegs als Teil der Deutsch-Israelischen Gewerkschaftszusammenarbeit

Endlich konnte nach einer langen Coronapause, ein erneuter Jugendaustausch der Gewerkschaften DGB, seinen Mitgliedsgewerkschaften und dem mit den israelischen Gewerkschaftsdachverband Histadrut und dessen Kolleg:innen stattfinden. Diese Begegnungen sind bereits eine lange Tradition und dienen der Aufnahme und dem Ausbau von politischen Kontakten.

Ben Megyeri trat als Vorsitzender der GdP Jugend die Reise, welche durch die DGB sowie der Histadrut, dem Dachverband der Gewerkschaften in Israel, organisiert wurde nach Israel an, um gemeinsam das Land und die Menschen näher kennenzulernen.

Zusammen mit den israelischen Gewerkschafter:innen hatten wir die Möglichkeit das Land und die Menschen mit ihren Lebens - und Arbeitsbedingungen, sowie israelische Gewerkschaftsarbeit und die Kultur der Israelis, live vor Ort zu erleben und kennenzulernen. Während einer 10-tägigen und wirklich spannenden aber auch anstrengenden Reise, kehrten wir letzten Mittwoch mit unendlich vielen Eindrücken nach Deutschland zurück.

10 Tage Israel - Entspannung mit Sonne und Strand? Fehlanzeige. Ben berichtete von einem durchaus straffen Programm mit vielen Workshops, ernsten Inhalten und wichtigen Informationen.

Eines der erste Programmpunkte nach der Ankunft war das Kennenlernen der Strukturen der israelischen Gewerkschaft Histadrut. Histadrut ist hebräisch und wird sinngemäß als „Zusammenschluss“ übersetzt. Es ist die größte Gewerkschaft in Israel und wurde 30 Jahre vor der israelischen Staatsgründung, gegründet. Sie  hat vor allem die Aufgaben als Gewerkschaft im westeuropäischen Sinne. Sie führt z.B. Lohnverhandlungen, ist aber auch der Dachverband für die Einzelgewerkschaften. Sie ist Mitglied im internationalen Bund freier Gewerkschaften und kooperiert unter anderem mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund. In Israel gibt es leider keine Gewerkschaft, welche die alleinigen Interessen der Polizei vertritt.

Eine Tagestour durch die Altstadt Jerusalems, zeigte der Delegation den Konflikt mit den drei vorherrschenden Religionen auf. Das Judentum, dem Islam sowie dem Christentum. Alle drei Religionen gaben Jerusalem den Beinamen "Heilige Stadt", betrachten sie also als Ort, der von Gott besonders gesegnet wurde. Jedoch erheben alle drei Anspruch auf die Stadt und wendet sich mit aller Kraft gegen Ansprüche der Andersgläubigen. Insbesondere das Judentum und der Islam stehen sich hier vor Ort unfriedlich gegenüber. Beim Zuhören erscheint es fast unmöglich jemals eine Einigung zu finden, die allen Religionen und deren Ansichten gerecht werden.

Ein weiterer erwähnenswerte Programmpunkt war die internationale Holocaust Gedenkstätte, Yad Vasehm. Eine Gedenkstätte für alle Menschen jüdischen Glaubens, welche zur Zeit des Nationalsozialismus vertrieben und ermordet wurden. Es wurden authentische Objekte, Schriftstücke und Dokumente aus dem Besitz der Opfer, sowie Augenzeugenberichte Überlebender aus ihrer persönlichen Perspektive dargestellt.

Das Denkmal namens „Tal der Gemeinden“ ist ein Teil des Gedenkortes, Yad Vashem. Es ist ein massives und sehr beeindruckend großes Denkmal. Hierbei sind 107 Wände mit den Namen von über 5000 jüdischen Gemeinden graviert, welche im Holocaust zerstört wurden oder nur knapp überlebt haben.  Ben berichtete: „Das war ein sehr emotionaler Tag für mich. Doch ich erhielt einen noch stärkeren Einblick, wie wichtig der Kampf und die Aufklärung gegen Antisemitismus und Fremdenhass noch heute ist."

Am 4. Tag stand ein Besuch der Hauptstadt Tel Aviv an. Tel Aviv ist nach Jerusalem die zweitgrößte Stadt Israels. Sie wurde 1909 gegründet und war ursprünglich ein Vorort der Antike der bestehenden Hafenstadt Jaffa. Hier sind der kulturellen und auch der gesellschaftlichen Vielfalt keine Grenze gesetzt, denn man nennt sie auch die Stadt der Fröhlichkeit. Was Ben aber feststellen konnte ist: „Wie Berlin nicht Deutschland ist, ist TEL Aviv nicht Israel.“ Die Hauptstadt ist nicht zu vergleichen mit dem Rest des Landes.

Der spätere Besuch in Ostjerusalem zeigte auf, dass dort die Palestinenser ihre Vorherrschaft haben. Es kommt immer wieder zu Auseinandersetzungen und Gewalt zwischen den Israelis und Palästinensern. In diesem Konflikt geht es in erster Linie um das Land. Israel möchte Jerusalem allein für sich kontrollieren, während die Palästinenser den Ostteil als Hauptstadt eines künftigen Staates beanspruchen möchten. Palästinensische Bewohner Ostjerusalems leben mit Diskriminierungen, Schikanen und Zugangsbeschränkungen, die leider darauf angelegt sind, diese zum Abwandern zu bewegen. Vertreibung spielt also auch noch heute eine große Rolle.

Die letzten Tage verbrachte die Delegation in Tiberias. Einer gebirgigen Region im Norden des Landes. Vor Ort durften alle Reisenden eine Winzerei besuchen, in welcher die Histadrut erst vor kurzem erfolgreich einen Tarifvertrag erwirken konnte.

Ben Megyeri möchte im Namen der JUNGEN GRUPPE (GdP) einen außerordentlichen Dank aussprechen, für die Möglichkeit des Austausches und das Networking. Die Erfahrung die Ben auf seiner Reise gesammelt hat, nimmt er für seinen weiteren Weg in der Gewerkschaft mit. Für die Gewerkschaft der Polizei wurde damit ein positiver Beitrag zu guten, persönlich geprägten deutsch-israelischen Beziehung, geleistet. Wir werden die Bemühungen unseres Dachverbandes DGB in dieser Angelegenheit auch weiterhin unterstützen.

 

GdP - #wirtunwas

 

    

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